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Wissen · Abrechnung & Absetzungen

Die häufigsten Absetzungsgründe beim Hausnotruf – und wie Sie sie vermeiden

Jede Absetzung ist doppelt teuer: Die Vergütung fällt aus, aber Gerät, SIM und Leitstelle laufen weiter. Wer die typischen Ursachen kennt, kann die Quote systematisch senken.

Kurz beantwortet: Absetzungen entstehen beim Hausnotruf vor allem durch fehlende oder abgelaufene Genehmigungen, fehlerhafte Versichertendaten, verpasste Abrechnungsfristen, nicht gemeldete Beendigungen und Kassenwechsel. In der Apotheken- und Hilfsmittelwelt spricht man von Retaxierung – kurz Retax – und meint denselben Vorgang. Bei einer Absetzungsquote von 15 % verliert ein Anbieter rund 5 € pro Vertrag und Monat – zusätzlich zu den Folgekosten für Rückholung und Klärfälle.

Warum eine Absetzung beim Hausnotruf doppelt kostet

Eine Absetzung ist nie nur der Ausfall von 32,13 € Kassenvergütung im Monat. Hinter jeder abgesetzten Versorgung hängt eine Folgekosten-Kette: Das Gerät muss zurückgeholt, gereinigt und wieder eingelagert werden, der Versicherte muss bei der Leitstelle abgemeldet werden, und der Kundenkontakt zur Klärung kostet Zeit. Passiert das nicht, laufen Gerätekosten, SIM-Gebühren und Leitstellenentgelte einfach weiter – ohne dass ein Euro von der Kasse kommt. Deshalb entscheidet der Umgang mit Absetzungen ab einigen hundert Versorgungen direkt über die Wirtschaftlichkeit des gesamten Hausnotruf-Geschäfts.

Die 7 häufigsten Absetzungsgründe beim Hausnotruf

1

Genehmigung fehlt oder ist abgelaufen

Der Kostenvoranschlag (eKV) wurde nicht, zu spät oder unvollständig eingereicht – oder die Genehmigung ist ausgelaufen, während die Versorgung weiterlief. Ohne gültige Genehmigung setzt die Kasse den Datensatz ab.

2

Falsche oder veraltete Versichertendaten

Kassenwechsel, Umzug oder Namensänderung werden nicht nachgepflegt. Der Datensatz erreicht die falsche Kasse oder passt nicht zum Versichertenstamm – und kommt als Absetzung zurück.

3

Abrechnungsfrist verpasst

Je nach Vertragsgrundlage gelten enge Fristen – im Verbandsvertrag sind es nur 6 Monate. Wer Datensätze sammelt statt laufend einzureichen, verliert Ansprüche unwiderruflich. Details im Beitrag GKV-Hausnotruf-Vertrag.

4

Beendigung nicht gemeldet

Todesfall, Heimeinzug oder Kündigung werden nicht erfasst – die Abrechnung läuft weiter. Die Kasse setzt rückwirkend ab, und die Rückabwicklung kostet zusätzlich Zeit und Geld.

5

Doppelversorgung oder anderweitig gedeckter Anspruch

Der Versicherte hat bereits einen Hausnotruf bei einem anderen Anbieter oder der Anspruch ist über eine andere Leistung gedeckt. Solche Fälle fallen oft erst bei der Abrechnung auf.

6

Formfehler im Datensatz

Falsches Institutionskennzeichen (IK), fehlerhafter Leistungszeitraum oder eine falsche Positionsnummer reichen aus, damit der Datensatz maschinell zurückgewiesen wird.

7

Gerät nicht zurückgeholt

Ohne Rückholung gibt es keine saubere Vertragsbeendigung: Der Schwebezustand produziert strittige Zeiträume, die Kassen absetzen – und das Gerät fehlt gleichzeitig für die nächste Versorgung.

Was Absetzungen wirklich kosten

Rechenbeispiel und Praxiswerte:

~5 €Verlust pro Vertrag und Monat bei 15 % Absetzungsquote
25 % → ~2 %erreichbare Senkung mit systematischem Absetzungsmanagement
30 % → 5 %Praxisfall eines Anbieters aus den Erfolgsgeschichten

Die Werte stammen aus verschiedenen Kundenfällen – je nach Ausgangslage, Bestand und Vertragsgrundlage. Gemeinsam ist allen: Absetzungen sind kein Schicksal, sondern ein Prozessthema.

So senken Sie Ihre Absetzungsquote systematisch

Die wirksamste Reihenfolge: Erst die Genehmigung, dann die Versorgung – jeder eKV wird vor Versorgungsbeginn digital eingereicht und nachverfolgt. Danach laufende Datenpflege (Kassenwechsel und Beendigungen tagesaktuell erfassen), konsequente Fristenkontrolle mit laufender statt gesammelter Einreichung, und ein sauberer Rückholprozess für jedes beendete Gerät. Wie das digitale Genehmigungsverfahren funktioniert, zeigt der Beitrag eKV beim Hausnotruf.

Oder Sie geben das Thema komplett ab: Mit dem Absetzungsmanagement von DCO werden Absetzungen systematisch geprüft, geklärt und wiedereingereicht – inklusive der Folgeprozesse Rückholung und Leitstellen-Abmeldung.

Häufige Fragen

Was ist eine Absetzung beim Hausnotruf?

Eine Absetzung liegt vor, wenn die Pflege- oder Krankenkasse einen eingereichten Abrechnungsdatensatz ganz oder teilweise nicht vergütet – etwa wegen fehlender Genehmigung, falscher Daten oder verpasster Fristen. Der Anbieter bleibt auf den laufenden Kosten für Gerät, SIM und Leitstelle sitzen.

Wie hoch ist eine normale Absetzungsquote beim Hausnotruf?

In der Praxis liegen viele Anbieter bei 15 bis 25 % – vor allem ab einigen hundert Versorgungen, wenn manuelle Prozesse an ihre Grenzen kommen. Mit systematischem Absetzungsmanagement sind Quoten um die 2 % erreichbar; in einem Praxisfall wurde eine Quote von 30 % auf 5 % gesenkt.

Was kostet eine Absetzung wirklich?

Bei einer Quote von 15 % gehen rechnerisch rund 5 € pro Vertrag und Monat verloren – auf Basis der Kassenvergütung von 32,13 € brutto. Dazu kommen die Folgekosten: Gerät zurückholen, Leitstelle abmelden, Klärfälle bearbeiten.

Welche Abrechnungsfristen gelten beim Hausnotruf?

Das hängt von der Vertragsgrundlage ab: Im Verbandsvertrag gilt eine Frist von 6 Monaten, im verbreiteten Einzelvertrag sind es 12 Monate. Verpasste Fristen sind einer der teuersten Absetzungsgründe, weil der Anspruch komplett verfällt.

Wie vermeide ich Absetzungen am wirksamsten?

Mit vier Grundregeln: Genehmigung vor Versorgungsbeginn, tagesaktuelle Stammdaten- und Beendigungspflege, laufende Einreichung statt Sammelabrechnung und ein fester Rückholprozess. Wer das nicht intern aufbauen will, kann das Thema als Modul komplett auslagern.

Was bedeutet Retaxierung (Retax) beim Hausnotruf?

Retaxierung – kurz Retax – ist der in der Apotheken- und Hilfsmittelabrechnung übliche Begriff für eine Absetzung: Die Kasse vergütet eine eingereichte Position nicht oder nur teilweise. Die Gründe sind beim Hausnotruf dieselben wie auf dieser Seite beschrieben – fehlende Genehmigungen, fehlerhafte Stammdaten, verpasste Fristen, nicht gemeldete Beendigungen. Auch die Gegenmittel sind identisch: Prävention vor der Einreichung und systematische Nachbearbeitung jeder Rückmeldung.

Wie hoch ist Ihre Absetzungsquote?

Wir prüfen mit Ihnen, wo Ihre Absetzungen entstehen und was die Quote systematisch senkt – für den Bestand und für jede neue Versorgung.

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