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Die Infrastruktur für den Hausnotruf.
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PNOG-Radar · Für Pflegebox-Anbieter · Stand: 25. Oktober 2026

PNOG und die Pflegebox: Was der Regierungsentwurf für Anbieter zum Verbrauch bestimmter Pflegehilfsmittel bedeutet

Das Bundeskabinett hat am 30. September 2026 das Pflegeneuordnungsgesetz beschlossen. Der Regierungsentwurf streicht den separaten Anspruch auf zum Verbrauch bestimmte Pflegehilfsmittel zum 1. Januar 2027 – die Grundlage des Pflegebox-Modells. Was jetzt feststeht, was noch offen ist und was Anbieter bis Jahresende tun sollten.

Was es für Ihr Modell heißtZum PNOG-Radar

Auf einen Blick · Regierungsentwurf vom 30. September 2026

Die 42-€-Pflegebox über die Kasse endet – wenn der Bundestag nichts ändert – am 1. Januar 2027

Steht im Regierungsentwurf

  • Gesonderte Kassenfinanzierung nach § 40 Abs. 2 SGB XI (bis zu 42 € im Monat) wird ersatzlos gestrichen
  • Kein Antrag, keine Genehmigung, keine Abrechnung mit der Kasse mehr
  • Keine Abtretung an Anbieter, keine Übergangsregel für laufende Versorgungen
  • Pflegegrad 1 erhält gar kein Budget mehr
  • Die Produkte dürfen weiter angeboten werden – betroffen ist nur ihre Finanzierung über die Pflegekasse

Gilt heute unverändert

  • Anspruch auf bis zu 42 € im Monat
  • Genehmigungen, Verträge und Abrechnung
  • bis zum Inkrafttreten – geplant 1. Januar 2027
  • Hausnotruf (32,13 € im Monat) ist vom Entwurf nicht erfasst

Was jetzt folgt

  • 5.11.: 1. Lesung im Bundestag
  • 20.11.: Stellungnahme des Bundesrats (1. Durchgang)
  • November/Dezember: Anhörung, 2./3. Lesung
  • 18. Dezember: letzte Bundesratssitzung 2026 – nötig für den Start am 1. Januar

Termine nach den Sitzungskalendern von Bundestag und Bundesrat; die konkreten Tagesordnungen stehen noch aus. Beschlossen ist ein Gesetzentwurf, kein Gesetz.

Was der Regierungsentwurf konkret regelt

Für Pflegebox-Anbieter ist der Kern unverändert aus dem Referentenentwurf übernommen worden. Der Regierungsentwurf nimmt zum Verbrauch bestimmte Pflegehilfsmittel ausdrücklich aus dem Anspruch nach § 40 Abs. 1 SGB XI aus und streicht § 40 Abs. 2 – die Rechtsgrundlage der 42-€-Pauschale. Die Begründung ist deutlich: Produkte wie Desinfektionsmittel oder Mund-Nasen-Schutz seien „auf dem allgemeinen Markt verfügbar“; die bisherigen Ausgaben werden in das Entlastungsbudget (bisher Pflegegeld) und das Sachleistungsbudget integriert.

PunktHeuteAb 1. Januar 2027 laut Regierungsentwurf
Anspruchbis 42 € im Monat, eigener Anspruch (§ 40 Abs. 2 SGB XI), Pflegegrad 1–5gestrichen; Verbrauchsprodukte aus § 40 Abs. 1 ausdrücklich ausgenommen
Wer zahltdie Pflegekasse direkt an den Anbieterdie Versicherten selbst – aus dem Entlastungsbudget: 380 / 630 / 890 / 1.080 € (Pflegegrad 2–5)
Antrag & GenehmigungAntrag, Genehmigung durch die Kasseentfällt
Abrechnungmonatlich mit der Pflegekassekeine Kassenabrechnung; eine Abtretung (§ 35b) ist nur für Wohnumfeld, digitale Pflegeanwendungen und das Sozialraumbudget vorgesehen
Pflegegrad 1Anspruch auf bis zu 42 €kein Anspruch, kein Entlastungsbudget
Laufende VersorgungenGenehmigung giltkeine Übergangsregel
§ 78-VersorgungsvertragGrundlage der Belieferungläuft ins Leere – ohne Kündigung (Analyse)
Hausnotruf (Produktgruppe 52)32,13 € im Monat von der Pflegekasseunverändert – nicht erfasst

Gegenüber dem Referentenentwurf: was sich geändert hat

Für die 42-€-Leistung nichts. Die Nachverhandlungen der Koalition haben andere Punkte entschärft: Die Kürzung der Rentenbeiträge für pflegende Angehörige und die längeren Stufen der Heim-Zuschläge sind gestrichen. Für Pflegebox-Kunden ist die Lage eher schlechter geworden: Das Entlastungsbudget, aus dem sie die Produkte künftig bezahlen müssten, fällt in Pflegegrad 2 mit 380 € (statt 386 €) und in Pflegegrad 3 mit 630 € (statt 638 €) niedriger aus – rechnerisch bleiben gegenüber heute rund 9 bzw. 11 € weniger im Monat. Die Rechnung im Detail: 380 statt 389 Euro.

Was das für Ihr Geschäftsmodell bedeutet

Umsatzbasis

Die monatliche Kassenpauschale ist die tragende Erlösquelle. Bei 1.000 Boxen stehen rund 42.000 € Kassenumsatz im Monat zur Disposition – ab 2027 bliebe nur, was Kunden freiwillig selbst bezahlen.

Kundenbeziehung

Der Kunde bekommt das Geld als Pflegegeld ausgezahlt und entscheidet jeden Monat neu. Die Box konkurriert dann mit Drogerie, Apotheke und dem Wunsch, das Geld anders zu verwenden.

Pflegegrad-1-Bestand

Kunden mit Pflegegrad 1 erhalten ab 2027 kein Budget mehr. Dieser Teil des Bestands fällt als Kassenumsatz vollständig weg.

Ihre Prozesse

Antragsstrecke, Genehmigung, Versand und Abrechnung verlieren für die Box ihren Zweck – für den Hausnotruf funktionieren sie genauso weiter wie heute.

Rechenbeispiel: 1.000 Pflegeboxen

SzenarioKassenumsatz pro MonatEinordnung
Heute: 1.000 Boxen × bis 42 €≈ 42.000 €planbar über Genehmigung und Abrechnung
Ab 2027 laut Regierungsentwurf0 € über die Kassenur Selbstzahler-Verkauf möglich
Hausnotruf bei 10 % der Box-Kunden≈ 3.200 € (100 × 32,13 €)≈ 1.150 € Partneranteil netto pro Monat über DCO, wiederkehrend
Hausnotruf bei 20 % der Box-Kunden≈ 6.400 € (200 × 32,13 €)≈ 2.300 € Partneranteil netto pro Monat über DCO, wiederkehrend

Modellrechnung; Partneranteil auf Basis der für Partner genannten Größe von rund 11,50 € netto pro Versorgung und Monat. Ihre eigene Rechnung: Bestandsrechner.

Was bleibt – auch nach dem Regierungsentwurf?

Der Hausnotruf bleibt als technisches Pflegehilfsmittel der Produktgruppe 52 ein eigenständiger, genehmigungspflichtiger Versorgungsweg mit monatlicher Kassenpauschale. Die Neuordnung betrifft nur die Pflegehilfsmittel zum Verbrauch.

Sie versorgen bereits Pflegebox-Kunden? Dann haben Sie Zugang zu genau der Kundengruppe, für die ein Hausnotruf häufig relevant ist. → Hausnotruf-Potenzial im eigenen Bestand prüfen

DCO. Die Infrastruktur für den Hausnotruf.

Was jetzt vernünftig ist – Ihr Fahrplan bis Jahresende

1. Bis 31. Dezember regulär weiter versorgen

Anspruch, Genehmigungen und Abrechnung gelten bis zum Inkrafttreten unverändert. Es gibt keinen Grund, laufende Versorgungen vorzeitig zu beenden.

2. Bestand segmentieren

Wie viele Kunden haben Pflegegrad 1 (Kassenumsatz 2027 null), wie viele Pflegegrad 2 bis 5 (nur noch als Selbstzahler)? Daraus ergibt sich Ihr realistisches Szenario.

3. Hausnotruf jetzt anbieten

Die Lieferungen im November und Dezember sind der letzte sichere Kontakt über die Kasse: Ein Beileger mit QR-Code auf Ihre eigene Antragsstrecke reicht. Antrag, Genehmigung, Geräte, Leitstelle und Abrechnung laufen über DCO – so funktioniert der Umstieg.

4. Selbstzahler-Angebot vorbereiten

Preis, Bestellweg und Zahlungsabwicklung für Kunden, die die Box ab 2027 aus ihrem Pflegegeld weiter beziehen möchten.

5. Das Verfahren verfolgen

Verbände wie BVMed und ABDA werden im Bundestag versuchen, den Anspruch oder eine Übergangsregel zurückzuholen. Unser PNOG-Radar und der PNOG-Fahrplan halten jeden Schritt mit Quellen fest.

Hausnotruf & PNOG: Der Anspruch auf einen Hausnotruf ist auch im Regierungsentwurf nicht erfasst – Anspruch und Pauschale bestehen unverändert (Stand: 25. Oktober 2026). Eine Garantie für künftige Gesetzgebung gibt es nie; genau deshalb dokumentieren wir den Stand laufend und mit Quellen.

Weiterführend: Welche Alternativen zur Pflegebox sich rechnen, Entlastungsbudget statt 42-€-Pauschale, Entlastungsbudget 2027: Beträge je Pflegegrad und Haushaltshilfe & Alltagshilfe als zweites Standbein.

Häufige Fragen von Pflegebox-Anbietern

Fällt die 42-€-Pauschale jetzt weg?

Noch nicht. Das Kabinett hat am 30. September 2026 beschlossen, den eigenen Anspruch zum 1. Januar 2027 zu streichen – Gesetz wird das erst mit Bundestag und Bundesrat. Bis zum Inkrafttreten gelten Anspruch, Genehmigung und Abrechnung unverändert.

Was passiert mit laufenden Genehmigungen und Dauerversorgungen?

Bis zum 31. Dezember 2026 laufen sie unverändert weiter. Eine Übergangsregel enthält der Regierungsentwurf nicht: Mit dem Wegfall von § 40 Abs. 2 SGB XI entfällt ab 2027 die Grundlage, auf der sie beruhen.

Kann ich ab 2027 weiter mit der Pflegekasse abrechnen?

Nach dem Regierungsentwurf nein. Die Versicherten bezahlen zum Verbrauch bestimmte Pflegehilfsmittel dann aus ihrem Pflegegeld (Entlastungsbudget); eine Abtretung an Anbieter ist dafür nicht vorgesehen. Möglich bleibt der Verkauf an Selbstzahler.

Was heißt das für einen Anbieter mit 1.000 Pflegeboxen?

Heute rund 42.000 € Kassenumsatz im Monat, ab 2027 null über die Kasse. Der Hausnotruf ist nicht erfasst: Nutzen 10 % der Box-Kunden einen Hausnotruf, sind das rund 1.150 € Partneranteil netto pro Monat, bei 20 % rund 2.300 € – wiederkehrend.

Ist das Pflegebox-Geschäft damit am Ende?

Über die Kasse, wenn der Bundestag nichts ändert: ja, ab 2027. Als Selbstzahler-Angebot kann es weiterlaufen, aber deutlich kleiner. Vernünftig ist, bis Jahresende regulär weiter zu versorgen und parallel ein zweites Standbein wie den Hausnotruf aufzubauen.

Ist der Hausnotruf vom PNOG betroffen?

Nein. Der Anspruch auf einen Hausnotruf ist auch im Regierungsentwurf nicht erfasst; Anspruch und Pauschale von 32,13 € im Monat bestehen unverändert.

Wie schnell kann ein Pflegebox-Anbieter auf Hausnotruf erweitern?

Schneller als die meisten denken: Vertrieb, Antragsstrecke, eKV-Prozess und Kassenabrechnung existieren bereits – es ändert sich im Kern das Produkt. Mit DCO kommen Software, Geräte, 24/7-Leitstelle und GKV-Abrechnung als fertige Bausteine dazu, ohne Setup-Gebühr und ohne Mindestmenge.

Für Leistungserbringer

Sie sind Leistungserbringer? So bereiten Sie sich auf das PNOG vor

Ob das PNOG kommt oder nicht: Der Hausnotruf nach § 40 SGB XI bleibt ein eigenständiger, antragsbasierter Anspruch. Wer jetzt ein zweites Standbein neben der Pflegebox aufbaut oder bestehende Prozesse digitalisiert, ist auf jedes Szenario vorbereitet.

Hausnotruf anbieten – so geht’sSpeziell für Pflegebox-AnbieterAlle Module: DCO Care OS

Quellen

Redaktionelles Informationsangebot der DCO Care Solutions GmbH – keine Rechts- oder Steuerberatung. Letzte Aktualisierung: 30. September 2026.

Einen Überblick über alle Module der Hausnotruf-Versorgung – von der White-Label-Antragsstrecke über eKV und Versand bis zur GKV-Abrechnung – bietet die Seite Leistungen im Überblick.

Gleiche Strecke, stabiler Anspruch.

Pflegebox-Anbieter bringen alles mit, was der Hausnotruf braucht: Vertrieb, Antragsstrecke, eKV-Prozess, Kassenabrechnung. DCO liefert den Rest – Software, Geräte, 24/7-Leitstelle, GKV-Abrechnung. Über 100.000 digital bearbeitete Hausnotruf-Anträge laufen bereits über die Plattform.

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