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Die Infrastruktur für den Hausnotruf.
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Wissen · GKV-Reform 2027

GKV-Reform 2027 (GKV-Sparpaket): Was sich durch das Beitragssatzstabilisierungsgesetz für Leistungserbringer ändert

Das GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz ist beschlossen und verkündet – die wesentlichen Sparmaßnahmen greifen ab dem 1. Januar 2027. Hier finden Sanitätshäuser, Apotheken und Homecare-Anbieter die wichtigsten Regelungen im Überblick – und die Einordnung, was das für den Hausnotruf bedeutet.

Was ändert sich 2027 für Leistungserbringer – kurz beantwortet: Für Hilfsmittelversorgungen nach § 33 SGB V, die zwischen dem 1. Januar 2027 und dem 31. Dezember 2028 beginnen, gilt ein pauschaler Vergütungsabschlag von 3 Prozent (§ 127 Abs. 1b SGB V); dazu kommen eine Vergütungsbremse über die Grundlohnrate, höhere Zuzahlungen und ein höherer Apothekenabschlag. Für den Hausnotruf ist die Lage offen: Er läuft als Pflegehilfsmittel der Produktgruppe 52 über die Pflegeversicherung (SGB XI). Der Gesetzestext regelt den Abschlag nur für Versorgungen nach § 33 SGB V – die Koalition will aber in der Begründung klarstellen, dass er auch für Pflegehilfsmittel der Pflegeversicherung gilt. Details in der Sektion unten.

Stand: 4. November 2026. Das Gesetz wurde am 10. Juli 2026 von Bundestag und Bundesrat beschlossen und am 29. Juli 2026 verkündet (BGBl. 2026 I Nr. 228). Das Bundesgesundheitsministerium beziffert die Finanzierungslücke der GKV für 2027 auf rund 19 Milliarden Euro. Am 15. Oktober 2026 hat der Bundestag Änderungen beschlossen (Drucksache 21/8629): Der 3-%-Abschlag nach § 127 Abs. 1b SGB V gilt für Hilfsmittelversorgungen nach § 33 SGB V, die zwischen dem 1. Januar 2027 und dem 31. Dezember 2028 bei der Kasse abgerechnet werden (Rechnungseingang); die Kasse kürzt ihn pauschal auf Rechnungsebene. Laut Gesetzesbegründung gilt er über § 78 Abs. 1 Satz 3 SGB XI auch für Pflegehilfsmittel. Der Gesundheitsausschuss des Bundesrats berät am 4. November 2026, das Plenum am 20. November 2026. Wir aktualisieren diese Seite, wenn sich Relevantes ändert.

Der GKV-Reform-Zeitstrahl

4. November 2026Gesundheitsausschuss des Bundesrats berät
20. November 2026Bundesrat berät die Änderungen
31. Dezember 2026FinanzKommission Gesundheit: Bericht zu Strukturreformen erwartet
1. Januar 2027Sparmaßnahmen greifen: 3-%-Abschlag, höhere Zuzahlungen, Apothekenabschlag 2,07 €
1. Juli 2028Verbandmittel: Referenzpreis wird jährlich an die Inflation angepasst
31. Dezember 2028Letzter Rechnungseingang unter dem 3-%-Abschlag (§ 127 Abs. 1b SGB V)
31. Dezember 2030Verbandmittel-Preismoratorium endet

Stand: 4. November 2026 · blau = erwartet · Sand = Start/Frist · Sand-Ring = heute · mobil wischen

Wer ist von der GKV-Reform 2027 betroffen?

Stark betroffenSanitätshäuser & Hilfsmittelversorger (SGB V) – 3-%-Abschlag auf Neuversorgungen 2027/2028, Vergütungsbremse, neue Festbetragslogik.
Stark betroffenApotheken – Kassenabschlag steigt unbefristet auf 2,07 € je Rx-Packung – bei gleichzeitig wachsender Versorgungsrolle (ApoVWG).
BetroffenHomecare & Wundversorgung – Preismoratorium für Verband- und Wundmittel 2027–2030.
BetroffenHeilmittelerbringer – Vergütungen nach § 125 an die Grundlohnrate gekoppelt (2027–2029 zusätzlich −1 Prozentpunkt).
BetroffenHäusliche Krankenpflege, Haushaltshilfe & Reha – Vergütungsanstiege werden stärker begrenzt; Sonderregeln für tarifgebundene Anbieter.
Indirekt betroffenIhre Endkunden – Zuzahlungen steigen um 50 % (7,50–15 €) – mehr Beratungs- und Kommunikationsbedarf.
Voraussichtlich erfasstHausnotruf (SGB XI, Produktgruppe 52) – Laut Begründung zum Bundestagsbeschluss vom 15.10.2026 gilt der Abschlag auch für Pflegehilfsmittel der Pflegeversicherung; der Bundesrat berät am 20.11.2026 – Details in der Sektion unten.

Das ist beschlossen: die wichtigsten Sparmaßnahmen ab 2027

Hilfsmittel: 3 % Vergütungsabschlag

Auf Hilfsmittelversorgungen nach § 33 SGB V, die zwischen dem 01.01.2027 und dem 31.12.2028 bei der Kasse abgerechnet werden, gilt ein Abschlag von 3 % auf den Vertragspreis (§ 127 Abs. 1b SGB V). Nach der vom Bundestag am 15.10.2026 beschlossenen Neufassung zählt der Rechnungseingang; die Kasse kürzt den Rechnungsbetrag pauschal (Bundesrat: 20.11.2026).

Vergütungsbremse über die Grundlohnrate

Vergütungssteigerungen werden wieder an die Grundlohnrate gekoppelt – ausdrücklich auch für Hilfsmittelverträge (§ 127) und Heilmittel (§ 125). In den Jahren 2027 bis 2029 gilt zusätzlich ein Abzug von einem Prozentpunkt.

Festbeträge werden neu kalkuliert

§ 36 SGB V wird neu gefasst: mehr Datenrechte für die Kassenseite, Überprüfung mindestens alle drei Jahre. Vertragspreise dürfen den Festbetrag in begründeten Fällen um bis zu 10 %, übergangsweise um bis zu 15 % über- oder unterschreiten – Vertragsmanagement wird wichtiger.

Apotheken: höherer Kassenabschlag

Der Apothekenabschlag steigt ab 01.01.2027 von 1,77 € auf 2,07 € je verschreibungspflichtiger Packung – unbefristet. Die ABDA beziffert die Belastung auf rund 170 Millionen Euro netto pro Jahr (Verbandsangabe). Zugleich erweitert das seit Juli 2026 geltende ApoVWG die Versorgungsrolle der Apotheken (Impfungen, Tests, pharmazeutische Dienstleistungen).

Höhere Zuzahlungen

Die gesetzlichen Zuzahlungen der Versicherten steigen ab 2027 um 50 %: mindestens 7,50 €, höchstens 15 € (bisher 5–10 €). Das erhöht den Kommunikationsbedarf gegenüber Endkunden – die Belastungsgrenzen bleiben bestehen.

Verband- und Wundmittel: Preismoratorium

Von 2027 bis 2030 gilt ein Preismoratorium: Erhöht ein Hersteller den Abgabepreis über den Stand vom 01.01.2026, erhalten die Kassen einen Abschlag in Höhe des Erhöhungsbetrags; ab Mitte 2028 wird der Referenzpreis jährlich an die Inflation angepasst. Für Homecare-Sortimente relevant.

Und der Hausnotruf? Voraussichtlich erfasst – der Bundesrat steht noch aus.

Der 3-%-Abschlag und die Vergütungsbremse hängen an den Hilfsmittelvorschriften des SGB V. Der Hausnotruf ist dagegen ein Pflegehilfsmittel der Produktgruppe 52 und läuft über die Pflegeversicherung (SGB XI, § 40 in Verbindung mit den bundesweiten GKV-Hausnotrufverträgen nach § 78). Der Gesetzestext selbst enthält keine eigene Abschlagsregel für Pflegehilfsmittel. Die Begründung zur Fassung, die der Bundestag am 15. Oktober 2026 beschlossen hat (Drucksache 21/8629), stellt aber klar: Über den Verweis in § 78 Abs. 1 Satz 3 SGB XI gilt der Abschlag auch für Pflegehilfsmittel nach § 40 Abs. 1 SGB XI – ebenso für Hilfsmittel, die GKV und Pflegeversicherung anteilig finanzieren. Der Hausnotruf ist ein solches Pflegehilfsmittel. Maßgeblich ist der Rechnungseingang bei der Kasse: Erfasst sind alle Abrechnungen, die zwischen dem 1. Januar 2027 und dem 31. Dezember 2028 eingehen – auch für bestehende Versorgungen. Abschließend ist das erst nach dem Bundesrat am 20. November 2026 und mit den Umsetzungshinweisen der Kassen.

Die strategische Folge – in zwei Szenarien: Tritt die beschlossene Fassung in Kraft, sinkt die Vergütung für alle ab 1. Januar 2027 eingehenden Abrechnungen um 3 % – auch für bestehende Versorgungen, rechnerisch von 32,13 € auf rund 31,17 € brutto im Monat. Sollte der Hausnotruf doch ausgenommen bleiben, wäre er ab 2027 eine Hilfsmittel-Leistung ohne zusätzlichen Margendruck. In beiden Fällen bleibt der Hausnotruf eine planbare, monatlich wiederkehrende SGB-XI-Leistung, die sich über die bestehende Kundschaft aufbauen lässt, ohne dass Sie Leitstelle, Geräteverwaltung, eKV, Versand und Kassenabrechnung selbst betreiben müssen. Er ist kein Schlupfloch vor dem Sparpaket – aber ein zusätzliches Standbein, das den Margendruck im SGB V abfedert. Wie das funktioniert, zeigt die Seite Hausnotruf-Infrastruktur.

Rechner · Modellrechnung

3 % Abschlag ausgleichen: Wie viele Hausnotruf-Versorgungen braucht Ihr Betrieb?

Der Abschlag kostet Sanitätshäuser und Hilfsmittelversorger einen festen Anteil ihres SGB-V-Umsatzes. Rechnen Sie aus, wie viele laufende Hausnotruf-Versorgungen diesen Betrag rechnerisch ausgleichen – und wie lange der Aufbau dauert.

Erlösminderung durch den Abschlag pro Jahr
laufende Versorgungen, die das rechnerisch ausgleichen
bis dieser Bestand aufgebaut ist
des Abschlags deckt der Aufbau schon im ersten Jahr

Modellrechnung, keine Zusicherung. Der Deckungsbeitrag ist Ihre eigene Annahme nach Ihren Kosten und Ihrem Betriebsmodell – die Vergütung der Pflegekasse beträgt 32,13 € brutto je Versorgung und Monat, sie ist kein Gewinn. Beendigungen und Anlaufzeiten bis zur Genehmigung sind nicht berücksichtigt. Ob der Abschlag auch Pflegehilfsmittel erfasst, ist offen – deshalb lassen sich beide Fälle rechnen.

Was das für Ihre Strategie 2027 bedeutet

Sanitätshäuser: Der Abschlag trifft das Kerngeschäft genau dort, wo Margen ohnehin knapp sind – bei wiederkehrenden Lieferungen sogar je Lieferung. Ein zweites Standbein im SGB XI federt das ab: Ihre Kundschaft mit Pflegegrad ist bereits da. Wie der Einstieg läuft, steht unter Hausnotruf für Sanitätshäuser.

Apotheken: Höherer Abschlag im Arzneimittelgeschäft, gleichzeitig mehr Versorgungsverantwortung durch das ApoVWG – die Apotheke wird stärker zum niedrigschwelligen Gesundheitszugang. Der Hausnotruf passt in genau diese Rolle: als eigenes Angebot unter eigener Marke, ohne eigene Infrastruktur. Details unter Hausnotruf anbieten als Apotheke.

Homecare- und Pflegebox-Anbieter: Preismoratorium bei Verband- und Wundmitteln plus die im PNOG-Entwurf geplante Neuordnung der Verbrauchs-Pflegehilfsmittel – zwei Entwicklungen gleichzeitig. Der Hausnotruf ist die naheliegende Anschlussleistung im Bestand: Hausnotruf anbieten als Pflegebox- oder Homecare-Anbieter.

Ausblick: Das BMG hat angekündigt, dass die FinanzKommission Gesundheit bis Ende 2026 einen Bericht zu strukturellen Reformen vorlegen soll – nach dem Sparpaket dürfte also die nächste Reformstufe folgen. Parallel läuft die Pflegereform: den aktuellen Stand des PNOG verfolgen wir laufend im PNOG-Radar.

Parallel dazu läuft in der Pflegeversicherung die nächste Reformstufe an: Minister Linnemann hat eine Strukturkommission Pflege angekündigt, auf deren Vorschlägen 2027 eine strukturelle Pflegereform aufbauen soll – ein Ziel, kein fester Termin.

Radar · Was das für Ihren Betrieb heißt

Regeln ändern sich. Ihr Betrieb nicht.

Der Hausnotruf ist ein Pflegehilfsmittel nach SGB XI – laut Bundestagsbeschluss vom 15.10.2026 ist er voraussichtlich vom 3-%-Abschlag erfasst, der Bundesrat berät am 20.11.2026. Ändert sich ein Stichtag, eine Kasse oder ein Übertragungsweg, ändern wir es in der Plattform – Sie lesen es hier, wir bauen es ein. Ihre Antragsstrecke, Ihre Abrechnung und Ihre Geräte laufen weiter wie gestern.

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Kurz sprechen

DCO. Die Infrastruktur für den Hausnotruf.

Häufige Fragen zur GKV-Reform 2027

Wie heißt die GKV-Reform 2027 offiziell – und was ändert sich durch das GKV-Sparpaket?

Offiziell heißt die GKV-Reform 2027 GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz; häufig ist auch vom GKV-Sparpaket die Rede. Das Gesetz wurde am 10. Juli 2026 beschlossen und am 29. Juli 2026 verkündet. Ab dem 1. Januar 2027 gelten unter anderem ein Vergütungsabschlag von 3 % auf Hilfsmittelversorgungen nach § 33 SGB V mit Rechnungseingang 2027 oder 2028, eine Vergütungsbremse über die Grundlohnrate, höhere Zuzahlungen und ein Apothekenabschlag von 2,07 € je verschreibungspflichtiger Packung. Davon zu unterscheiden ist die FinanzKommission Gesundheit, die Vorschläge für weitere Strukturreformen erarbeitet.

Gilt der 3-%-Abschlag auch für den Hausnotruf?

Voraussichtlich ja. Der Abschlag ist in § 127 Abs. 1b SGB V geregelt und betrifft nach dem Gesetzestext Hilfsmittelversorgungen nach § 33 SGB V, die zwischen dem 1. Januar 2027 und dem 31. Dezember 2028 bei der Kasse abgerechnet werden. Der Hausnotruf ist ein Pflegehilfsmittel der Produktgruppe 52 und läuft über die Pflegeversicherung (SGB XI). Laut Begründung zur Fassung, die der Bundestag am 15. Oktober 2026 beschlossen hat, gilt der Abschlag über § 78 Abs. 1 Satz 3 SGB XI auch für Pflegehilfsmittel – der Hausnotruf ist damit voraussichtlich erfasst. Der Bundesrat berät am 20. November 2026.

Ab wann und wie lange gilt der 3-%-Abschlag auf Hilfsmittel?

Nach der vom Bundestag am 15. Oktober 2026 beschlossenen Neufassung gilt er für Hilfsmittelversorgungen nach § 33 SGB V, deren Abrechnung zwischen dem 1. Januar 2027 und dem 31. Dezember 2028 bei der Kasse eingeht. Maßgeblich ist der Rechnungseingang, nicht der Versorgungsbeginn: Auch Rechnungen für 2026 erbrachte Leistungen, die erst ab dem 1. Januar 2027 eingehen, werden gekürzt. Die Kasse kürzt den Rechnungsbetrag pauschal um 3 %. Der Bundesrat berät am 20. November 2026.

Was ändert sich 2027 für Apotheken?

Der Apothekenabschlag steigt unbefristet von 1,77 € auf 2,07 € je verschreibungspflichtiger Packung. Gleichzeitig erweitert das ApoVWG seit Juli 2026 die Versorgungsrolle der Apotheken – etwa um Impfungen, Tests und pharmazeutische Dienstleistungen. Viele Apotheken suchen deshalb zusätzliche, planbare Angebote für ihre Stammkundschaft.

Was bedeutet die Kopplung an die Grundlohnrate?

Vergütungssteigerungen in vielen Leistungsbereichen – ausdrücklich auch bei Hilfsmittel- und Heilmittelverträgen – dürfen die Entwicklung der beitragspflichtigen Einnahmen (Grundlohnrate) nicht mehr überschreiten; 2027 bis 2029 gilt zusätzlich ein Abzug von einem Prozentpunkt. Kostensteigerungen lassen sich damit schwerer über Preisverhandlungen auffangen.

Wie kann ein Sanitätshaus dem Margendruck 2027 begegnen?

Neben Effizienz im Bestandsgeschäft vor allem durch Leistungen außerhalb des SGB-V-Abschlags: Der Hausnotruf als SGB-XI-Leistung bringt wiederkehrende Vergütung aus der bestehenden Kundschaft – über DCO ohne eigene Leitstelle, Geräteverwaltung, eKV und Kassenabrechnung, ohne Setup-Gebühren und ohne Mindestabnahme.

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Gespräch anfragen Was ist Hausnotruf-Infrastruktur?

Quellen: BMG (Gesetzesseite und FAQ zum GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz), BGBl. 2026 I Nr. 228, Verbands- und Fachveröffentlichungen (u. a. ABDA). Redaktionelle Einordnung, keine Rechtsberatung. Sie erkennen eine Abweichung oder Neuerung? Sagen Sie uns Bescheid – wir prüfen und korrigieren.